TASCHENGELDKINO 2014/2015

Die Filmlehrerinnen und Filmlehrer sind los!

Absolventinnen und Absolventen von TASCHENGELDKINO erhalten ihre Zertifikate

Hannover 2015

Im Rahmen des 13. Internationalen Film Festivals up-and-coming erhielten am Freitag, 20. November 2015, 14 frischgebackene Filmlehrer_innen aus Niedersachsen ihre Zertifikate. Im Rahmen der berufsbegleitenden Qualifizierung TASCHENGELDKINO – Film und Filmemachen in der Schule wurden sie von Profis aus der Filmbranche in praktischen Aspekten der Filmproduktion unterrichtet. Mit der Realisierung eines eigenen Schülerfilmprojekts qualifizierten sie sich zu Filmlehrer_innen.

»Filmemachen in der Schule eröffnet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die Welt zu beobachten, zu analysieren und zu reflektieren. Das Engagement der Filmlehrerinnen und -lehrer ist besonders wertvoll, denn es verwirklicht das Ziel einer modernen Medienkompetenz an Schulen«, betonte Matthias Günter vom Niedersächsischen Kultusministerium/Referat 23.

In zahlreichen niedersächsischen Städten, von Cuxhaven bis Göttingen, von Papenburg bis Lüchow, werden von nun an zertifizierte Filmlehrer_innen ihre Schüler_innen jeder Altersstufe für das Filmemachen begeistern. Ob im klassischen Kunst- oder Deutschunterricht, in Sport oder Religion – Filmemachen macht in allen Fächern Sinn und Spaß, das haben die Teilnehmenden in ihren Projekten unter Beweis gestellt. Viele Dozent_innen der Qualifizierung , die den Absolvent_innen wichtige Impulse für ihr Wirken in der Schule mit auf den Weg gaben, waren auf der Zertifikatsverleihung anwesend. »Allen Filmlehrerinnen und -lehrern wünsche ich tolle Ideen für ihre Projekte und die Muße, diese vor dem Dreh präzise aufzuschreiben«, gratulierte Christoph Honegger, Drehbuchautor aus Hannover.

Seit 2010 wurden in der berufsbegleitenden Qualifizierung TASCHENGELDKINO bereits 5 Jahrgänge mit insgesamt 64 Filmlehrer_innen für niedersächsische Schulen ausgebildet. Der nächste Jahrgang startet im Juni 2016, Anmeldung und Info hier.


Die Erfindung einer neuen Welt

Der Animationsfilm — Seminar in der Reihe TASCHENGELDKINO

September 2015

Sören Wendt, Trickfilmer, Regisseur und Medienpädagoge aus Hamburg, brachte viel davon mit nach Wolfenbüttel: Geduld. Er beschreibt diese Tugend als unerlässlich für die Trickfilmarbeit und mit viel Geduld und Ruhe führte er bereits zum vierten Mal bei TASCHENGELDKINO die Lehrerinnen und Lehrer an die trickreiche Arbeit mit Bewegtbildern heran. Er konnte aufbauen auf das Knowhow der Teilnehmenden von sechs vorangegangenen Seminaren, so dass die Konzentration ganz auf das Trickfilmtypische gerichtet werden konnte. Das Erfinden und Bauen von Figuren, das Arbeiten in Phasen sowie der Animation der Figuren. Eine Vielzahl an außergewöhnlichen Filmbeispielen, vom Schülerfilm bis zum professionellen Trickfilm beleuchtete die schier unendlichen Möglichkeiten des Trickfilms. "Beim Trickfilm dürfen Farben gerne „falsch“ sein. Der Himmel grün und die Sonne blau. Die Welt wird neu erfunden und nur die eigene Fantasie setzt die Grenzen", so Sörens Credo, dass es zu beherzigen galt und in einer bunten Mischung an Legetrickfilmen der Teilnehmenden endete. Doch auch der Frühsport am zweiten Tag kam nicht zu kurz. Mit einer Pixilationsübung, die die Lehrerinnen und Lehrer das Fliegen lehrte startete der Tag. Danach ging es wieder ans Figurenbauen und Animieren. Trotz des bewussten Einsatzes übertriebener Gestik und Mimik, Weniger ist auch beim Trickfilm oft mehr, gerade dann, wenn einem die Zeit wieder einmal im Nacken hängt und die Geschichte auch einfach nur einer kleiner Plot, eine Pointe sein darf. Dass es auf das Timing ankommt, ob eine Pointe auch verstanden werden kann, haben die Teilnehmenden ebenso erfahren, wie die ruhige Hand beim Legen der einzelnen Phasen. Als Schmankerl konnten sich die Lehrerinnen und Lehrer zum Abschluss noch mit der Taschenlampe im dunklen Raum beim Lighthpainting versuchen. Einer Trickvariante, die wunderbar eigensinnige und kunstvolle Fotos und auch Filme hervorbringen kann.


Die Montage ist die Erzählerin.

Postproduktion - Schnitt von Bild- und Ton - Seminar in der Reihe TASCHENGELDKINO

Juli 2015

Die Oker führt kaum Wasser, die Sitzbänke im kleinen Garten stehen in voller Sonne, die Rechner laufen heiß - das vergangene Seminar in der Reihe TASCHENGELDKINO verlangte allen viel Schweiß und Anstrengung ab. Im gut gekühlten Mühlenfoyer trotzten die Teilnehmenden den hohen Temperaturen und ließen sich auf das Thema des Seminars ein: Montage in all ihren Facetten brachte Susanne Foidl, Schnittmeisterin und Lehrbeauftragte der Filmuniversität Babelsberg, den Lehrerinnen und Lehrern näher: Wahrnehmen, urteilen, Begriffe bilden, denken, zusammenhängen, anschauen, urteilen, kombinieren und immer wieder anschauen und wahrnehmen. Was sich so einfach anhört, entuppte sich doch schnell als ein schwieriges Unterfangen. Über die drei A der Montage, die Auswahl, die Anordnung und die Artikulation tasteten sich die Teilnehmenden an das Thema heran. Die immer wiederkehrenden Fragen "Was will ich erreichen? und "Wie nehme ich etwas wahr?" "Wie bekomme ich die nötige Distanz?" mussten sich die Teilnehmenden bei ihren Montageübungen stets stellen. Dabei bekamen sie jede Menge Tipps und Handlungsmöglichkeiten von der Dozentin an die Hand. Gespickt mit jeder Menge Filmausschnitten aus Filmklassikern wurden Montageprinzipien, -konzepte und Begirfflichkeiten geklärt: von der inneren zur äußeren Montage, von der Plansequenz und der Montagesequenz, der Makro- und Mikroebene, vom Jump-Cut zum Matchcut, ob Continuity oder Kontrastmontage - Erzählmöglichkeiten ergeben sich (fast) unendlich. Die Kunst des Cutters ist es, das Filmmaterial als Material zu sehen; zu schauen, was tatsächlich gesehen / wahrgenommen wird, Distanz dazu einnehmen und die Montage zur Erzählerin einer Geschichte werden zu lassen, die im Drehbuch über das Storyboard und über den Dreh nun ihre differenzierte Formung durch den Schnitt erreicht. Dass aus ein und dem selben Material ganz andere filmische Erzählungen herauskommen können, durften die Teilnehmenden in ihren Übungsaufgaben erfahren, ausprobieren, damit experimentieren.


"Wenn ich laut sein will, muss ich vorher leise sein."

Ton, Sound, Musik im Film - Seminar in der Reihe TASCHENGELDKINO

März 2015

Den richtigen Ton finden - das ist nicht nur sprichwörtlich ein schwieriges Unterfangen. Janne von Busse, Tonmeisterin aus Potsdam, und Olaf Mierau, Postproduction Soundsupervisor aus Berlin, haben die Teilnehmenden des 5. Seminars in der Reihe TASCHENGELDKINO für die Herausforderung, einen guten Ton für den Film zu finden, sensibilisiert. Von der Planung, über die Grundtechniken einer guten Aufnahme, bis zur Mischung in der Postproduktion führten sie die Lehrerinnen und Lehrer an das Abenteuer rund um den Sound im Film heran. Warum geht Musik gleich unter die Haut? Und wie kann man selektives Hören üben? Was ist ein Kompressorlimiter? Und wie unterscheidet man 'score' und 'sorce'? Das man neben den Augen auch die Ohren schon bei der Wahl des Filmsets aufhalten sollte, lernten die Teilnehmenden dann recht schnell bei den ersten praktischen Übungen. Janne vollführte ihr 'Angelballet' und allen war klar, Tonangeln ist anstrengend! In kurzen Foley-Art-Übungen zeigte sich, wie Geräusche entstehen und dass mit ihnen allein eine Geschichte erzählt werden kann. Spätestens jetzt wurde deutlich: Der Sound und insbesondere die Musik im Film interpretiert die Bildebene, sie muss "arbeiten" und darf nicht eingesetzt werden, weil sie gefällt. Der Einblick in das sehr komplexe Thema Ton, Sound, Musik ist Janne und Olaf dank vieler kleiner praktischer Übungen, dank der Einblicke in ihre eigene Arbeit anhand von Film-/Hörbeispielen und kurzweiligen Anekdoten aus der Branche mehr als gelungen.


"Vordergrund macht Bild gesund"

Bildgestaltung mit der Kamera - Seminar in der Reihe TASCHENGELDKINO

Februar 2015

Jakobine Motz und Michael Doering, Kamerafrau- und mann aus Berlin, meinten es ernst, als sie mit einem bis unters Dach gefüllten Bus in der Schünemannschen Mühle in Wolfenbüttel vorfuhren: das vierte Seminar im 4. Durchgang TASCHENGELDKINO, der Bildgestaltung gewidmet, entpuppte sich für die Teilnehmenden als eines der umfangreichsten in Sachen Praxis. Nach einer 'Arbeitsschutzbelehrung' - "anfassen erlaubt und gewollt" - ging es gleich mit der ersten Übung los, es folgten Filmschnipsel zu Einstellunsgrößen, Perspektiven und Bewegungen, Bildgestaltung durch Goldenen Schnitt, und Inhalt-Form-Beziehung. Was hat es mit einem "offenen Zweier in halbnah" auf sich? Wie löse ich die Begegnung zweier Fahrradfahrer ohne Achsensprung sinnvoll auf? Mit der Dunkelheit des Abends zog dann das Licht in den Fokus der Gestaltung. Nach einer Einführung in die Grundlagen der Beleuchtung gingen die Lehrerinnen und Lehrer an die Ausleuchtung eines Portraits. Die Übungen des Tages mündeten schließlich in der szenischen Auflösung eines Storyboards zu einer vorgegeben Drehbuchszene und die warnenden Worte der Dozenten: "man muss nicht jede Türklinke erzählen". Die beiden folgenden Tage vergingen wie im Rausch. Vertieft in die Umsetzung der Szene, in das Ausprobieren von Dolly, Kran und Gopro, in das Vorbereiten des Sets, des Lichtsetzens und schließlich des Drehs, standen Konzentration, aber auch Spaß am Machen an oberster Stelle. Beim Schnitt kamen schließlich die Bilder zusammen und die Köpfe der Teilnehmenden rauchten. Das Feedback zu den Filmen war äußerst konstruktiv, die Athmosphäre kreativ und dicht. - Das Sound-Seminar kann kommen.


machen, machen, machen

Drehbuch und Storytelling - Seminar in der Reihe TASCHENGELDKINO

November 2014

Der Publikumsliebling in der Reihe der präsentierten Filme war schnell klar: 'Lifted', der kurzweilige PIXAR-Animationsfilm, in dem der kleine Außerirdische seinem Prüfer zu beweisen versucht, wie gut er die gefühlten eine Million Schalthebelchen beherrscht. Doch vergeblich, der Erdling will partout nicht den Weg in das Raumschiff finden. Mit diesem und vielen weiteren Kurzfilmen oder Ausschnitten aus Langfilmen machte der Drehbuchautor Christoph Honegger deutlich, wie sich Konflikte in einem Film darstellen, akut oder latent, wie sie der Drehbuchschreiber entwickelt und worauf es zu achten gilt. Reichlich Filmmaterial hatte Christoph im Gepäck und so wurde das Drehbuchseminar für die Lehrerinnen und Lehrer der bereits 4. Runde TASCHENGELDKINO zu einem Kaleidoskop der Filmgeschichte. Die Teilnehmenden konnten eintauchen in die Arbeit eines Drehbuchautors, der Entstehung und den verschiedenen Entwicklungsschritte von der Synopsis, zum Exposé bis zum Treatment. Der Frage, was ist der Unterschied zwischen Idee und Einfall (und wie bekomme ich selbige), wurde ebenso nachgegangen, wie der Frage nach dem, was ein Drehbuch eigentlich leisten muss. Neben den vielfältigen filmanalytischen Blickwinkeln auf einen Film, sein Drehbuch, dessen Struktur, stand auch das Machen auf dem straffen Seminarprogramm. In nur 45 Minuten entwickelten die Teilnehmenden in 4erGruppen eine Story zu einem vorgegebenen Thema: Ein Lehrer, eine Klasse, der Ort, das Klassenzimmer - mit diesen Parametern bestückt ging es ans Machen. Heraus kamen vier gänzlich unterschiedliche Geschichten, die in einem zweiten Schritt in eine erste Drehbuchfassung für einen 3 Minüter mündeten. Ebenso gab Chrstoph den Lehrerinnen und Lehrern Raum ihr eigenes Schulfilmprojekt 'durchzuspielen' und mögliche Drehbuchideen zu formulieren und in der Gruppe zu durchdenken. Am Ende des Tages kanalysierte ein Langfilm die vielen Denkprozesse in eine ausgelassene Geburtstagsfeier.


Katharsis

Dokumentarfilm-Seminar in der Reihe TASCHENGELDKINO

September 2014

Der Start nach den Sommerferien hatte es in sich. Vera Schöpfer, freie Dokumentarfilmerin und Initiatorin von Dokumentarfilmwerkstätten für Jugendliche (Scrennagers und Young Dogs) aus Köln hat die Teilnehmenden des zweiten Seminars der laufenden Qualifizierungsreihe TASCHENGELDKINO an ihre Grenzen gebracht. Zum Thema 'Grenzgänger' gingen die Lehrerinnen und Lehrer ans Werk einen ersten Dokumentarfilm zu entwickeln. Vorab lieferte die Dozentin reichlich Informationen zur Filmsprache des Dokumentarfilms, der Haltung des Regisseurs, der Dramaturgie. Neben dem Einblick in professionelle dokumentarische Kino- und Fernsehproduktionen konnte Vera aus ihrer eigenen Arbeit mit Jugendlichen berichten. Für die Teilnehmenden stellte dies einen unermesslichen Fundus an Umsetungsmöglichkeiten für das dokumentarische Arbeiten mit Jugendlichen dar, gespickt mit Tipps und Tricks zur Themenfindung, Recherche, Dreh und Schnitt.

Die Lehrerinnen und Lehrer gingen mit viel Neugier an die Arbeit. Die Inhalte der geplanten DokFilme waren rasch abgesteckt, Filmsets gesucht und der Dreh begonnen. Zurück am Schnittrechner ging es dann erst richtig los. Material sichten, die Dramaturgie festlegen, Bilder verwerfen, Tonsequenzen einspielen - Entscheidungen treffen. Nicht immer ergab sich für alle Beteiligten ein zufriedenstellendes Bild, Vera Schöpfer war unnachgiebig, immer wieder forderte sie zum Reflektieren auf - Warum so und nicht anders? Was ist euer Ziel? Wie könnt ihr es erreichen? - Und so wurden gegen 24 Uhr bisherige Konzepte über den Haufen geworfen, neu gedacht und die Arbeit von drei Stunden in den Papierkorb geschmissen. Für einige Gruppen ergaben sich katharsische Zustände. Doch die Verzweiflung wich dem Mut etwas Neues zu vagen. Das zahlte sich aus. Wunderbare Kurzdokus entstanden, die sich wahrlich sehen lassen können. Chapeau!


"Aber dieses Mal tue ich es doch: HIER!"

Start der 4. Qualifikationsrunde TASCHENGELDKINO

Juli 2014

Carsten Wiepking, Studienrat für Biologie und Sport am Gymnasium Papenburg, hat es getan: Er hat ganz laut HIER gerufen, als die Bewerbungen für den 4. Durchgang zur Filmlehrerqualifikation startete. Ebenso wie die anderen 15 ausgewählten Teilnehmer ist ihm bewusst, dass Filmarbeit jede Menge Arbeit bedeutet, aber auch ein mannigfaltiges Potenzial in didaktisch-methodischer, künstlerischer, pädagogischer und sozialer Hinsicht in sich trägt. Gleich im ersten Seminar von Fred Steinbach, Produzent aus Frankfurt, "Erzählen mit bewegten Bildern" stürzten sich die Teilnehmenden in die filmischen Fluten, auch die Augen blieben nicht trocken.. Praxisorientierung, Selbermachen, vor und hinter Kamera agieren - dass das Filmmachen viel Spaß machen kann darf in den Seminaren auch erfahren werden. Fred Steinbach spickte seinen Seminarauftakt mit reichlich Infos aus der professionellen Filmarbeit und legte besonderen Wert auf die Teamarbeit, ohne die auch bei den Profis nichts läuft. Seine filmpraktische Aufgabe orientierte sich an seinen jüngst abgeschlossen Produktionen und so waren die Teilnehmenden ganz dicht dran an dem, was auch Produzenten für ihre Arbeit zu bedenken haben. Die Ergebnisse waren beeindruckend - nach nur zwei Tagen waren knackige Erstlingswerke entstanden. Mit Konzentration, Witz und Charme und Sinn für Humor sind die Teilnehmenden ans Werk gegangen und das sieht man auch ihren Kurzfilmen an. - Mehr davon! Mit hoher Motivation ging die Gruppe auseinander und ist aufgefüllt mit Ideen, aber auch sensibilisiert für Herausforderungen, Machbarkeiten und Hürden beim Filmemachen in der Schule.


TASCHENGELDKINO - Film und Filmen in der Schule 2014/2015

Qualifikationsziele

TASCHENGELDKINO ist eine Qualifizierungsreihe, die Lehrerinnen und Lehrern filmästhetisches und filmhandwerkliches Knowhow an die Hand gibt mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche in der Schule zu Filmproduktionen anregen, anleiten und stilsicher unterstützen zu können. TASCHENGELDKINO vermittelt dazu einen Überblick und punktuelle Einsicht in Produktionsabläufe sowie deren methodische Übersetzungen in kooperative Lernprozesse; Wissen um Standardstrukturen in Filmsprache und –dramaturgie; Anleitung zur erzählerischen und filmsprachlichen Eigenproduktion; Mut und Wissen, wie filmpraktische Projekte anzugehen sind.
Die Qualifizierung bereitet die Teilnehmenden auch darauf vor, in ihren Schulen als Multiplikator_innen und Ansprechpartner_innen in Sachen Film und Filmemachen zur Verfügung zu stehen.

Zielgruppe

Die Qualifizierung zur Filmlehrerin/ zum Filmlehrer wendet sich an Lehrende aller Schularten, -stufen und Fachausrichtungen mit Interesse am Film und Filmemachen und an der Umsetzung der damit verbundenen kreativen Prozesse in eigener schulischer Praxis.

Teilnahmevoraussetzungen

Alle Teilnehmenden führen im Verlauf des Kurses ein Filmprojekt in Eigenregie an ihrer Schule (im Unterricht oder in einer AG) durch. Für die Umsetzung dieses Projekts ist die Arbeit mit einer entsprechenden Lerngruppe im Laufe der Qualifizierung notwendig.
Die Präsentation und schriftliche Dokumentation dieser filmpraktischen Arbeit gelten als Leistungsnachweis, sind Voraussetzung für die Teilnahme und den erfolgreichen Abschluss der Qualifizierung.
Die Bereitschaft, als Multiplikator_in die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen an interessierte Kolleg_innen weiterzugeben und in der Beraterdatenbank des Landes Niedersachsen als Filmlehrer_in geführt zu werden, wird vorausgesetzt.

Inhalte und Methoden

Abfolge und Inhalt der acht Phasen folgen professionellen Produktionsabläufen: von der Ideenfindung zum Drehbuch, über Kamera und Licht zur Postproduktion mit Soundgestaltung und Montage. Flankiert wird die Arbeit, die von den Grundlagen des filmischen Erzählens über den Dokumentarfilm zum Kurzspielfilm führt, von Filmfestivalbesuchen, Projektreflexionen und Vernetzungsangeboten.
Praxisaufgaben und Beispiele stehen dabei im Zentrum der Vermittlung, theoretische Aspekte treten hinzu. Didaktische und methodische Handlungsmöglichkeiten sowie Projektreflexionen für den Schulalltag werden gemeinsam erarbeitet.
Die Dozent_innen der Qualifizierungsreihe sind Filmschaffende mit langjähriger Praxiserfahrung und fachspezifischen Kompetenzen. In der Reduzierung auf das für Schule und Unterricht Wesentliche bei gleichzeitigem Einblick in die professionelle Filmlandschaft liegt der didaktisch-methodische Kern ihrer Vermittlungsarbeit.
Die zwischen den Arbeitsphasen notwendigen Aufgaben zur Seminarvor- und -nachbereitung werden von den Teilnehmenden im Selbststudium vorgenommen.

Arbeitsphase 1 • Erzählen in bewegten Bildern

Die dreidimensionale Realität im zweidimensionalen Abbild der Kamera darzustellen, stellt ebenso eine Herausforderung dar, wie das Treffen einer Auswahl aus den unendlichen Möglichkeiten der Filmsprache. Anhand kleiner praktischer Übungen gehen die Teilnehmenden erste Schritte: im Umgang mit der Kamera, in der Auseinandersetzung mit filmsprachlichen Mitteln und mit dem Filmschnitt. Erste Entwicklungsschritte einer Filmproduktion werden bedacht und geplant.

Arbeitsphase 2 • Der Dokumentarfilm

Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb des Genres Dokumentarfilm werden aufgezeigt, Aspekte der Dramaturgie und der besonderen Haltung der Regie in den Fokus genommen. Mit mehr als einer Ideenskizze gehen die Teilnehmenden an die Arbeit und erstellen vor Ort eine Dokumentation.

Arbeitsphase 3 • Drehbuch - Dramaturgie - Storytelling

Der Kurzspielfilm ist bei Jugendlichen das beliebteste, aber es ist auch das anspruchsvollste Genre. Umso wichtiger ist eine durchdachte Dramaturgie. Diese wird in einer Drehbuchwerkstatt ausformuliert. Was ist erzählenswert? Was ist ein Konflikt? Was sind die großen Themen des Dramas? Gestalterische Elemente werden neben filmmotivischen Aspekten mit bedacht. Filmbeispiele veranschaulichen die Geheimnisse des Drehbuchschreibens auch unter filmanalytischem Gesichtspunkt.

Arbeitsphase 4 • Kurzspielfilm - Bildgestaltung mit der Kamera

Nicht nur die technische Auseinandersetzung in der Handhabung mit der Kamera macht das gute Bild, sondern vielmehr der fotografische Blick des Kameramanns/der Kamerafrau, die mit bewegten Bildern eine eigene
Film-Realität erschaffen. Bildästhetik, Wahrnehmung, Ausdrucksmöglichkeiten der Kamera werden erprobt, flankiert mit Übungen zum Lichtsetzen. Im Vordergrund steht das praktische Tun, Filmbeispiele geben Einblick in die professionelle Umsetzung.

Arbeitsphase 5 • Wie Ohren sehen – Sound und Filmmusik

Der Sound erzählt, ergänzt und interpretiert die Bildebene; O-Ton, Soundeffekt, Filmmusik oder bewusst eingesetzte Stille - der Ton definiert die subkutane Emotionalität des Films. Die Wirkungen, die Musik und Sound für die Filmgestaltung haben können, werden erarbeitet. Grundkenntnisse der Aufnahmetechnik, der Tonnachbearbeitung und dramaturgischen Klanggestaltung (Sounddesign) werden in praktischen Übungen vermittelt. Filmausschnitte werden „seziert“ und schulen die emotionale Sensitivität.

Arbeitsphase 6 • Die Montage bewegter Bilder

Der Dreh ist vorbei, die entscheidende Phase der Postproduktion beginnt. Die Montage ist das Herzstück der filmischen Praxis. Hier lässt sich ein Film formen, weiterentwickeln, gar verändern. Filmästhetik und Ausdrucksmöglichkeiten der unterschiedlichen Montageverfahren werden anhand von Beispielen analysiert und in der Erprobung digitaler Schnitttechniken umgesetzt.

Arbeitsphase 7 • Der Trickfilm - Animation und Bewegung

Der Trickfilm vereint alle klassischen Aspekte des Filmemachens und fügt eine erfrischende Komponente hinzu – das Experiment. Verschiedene Tricktechniken werden vorgestellt und sowohl professionelle als auch Schülerarbeiten gezeigt. Die Teilnehmenden erstellen in Gruppen eigene Animationen und kurze Sequenzen in verschiedenen Techniken.

Arbeitsphase 8 (in PLanung) • Kulturelle Filmbildung im europäischem Ausstausch

In Planung sind der Besuch des 13. Int. Film Festivals up-and-coming sowie eines europäischen Filmlehrerkongresses in Hannover. Seit 1982 gibt das Internationale Film Festival Hannover jungen Filmemachern von sieben bis 27 Jahren eine erste Möglichkeit, sich zu profilieren. Verliehen werden der Deutsche Nachwuchsfilmpreis, der International Young Film Makers Award sowie der Bundes-Schülerfilm-Preis, für eine herausragende Arbeit, die im Kontext von Schule/Unterricht entstanden ist. Teil der achten Arbeitsphase sind die Präsentation der eigenen filmpraktischen Arbeit sowie die Zertifikatsvergabe an die Teilnehmer_innen TASCHENGELDKINO 2014/2015.

Kosten

Gesamtkosten für die Teilnahme an der Qualifizierung: 1750,-€
(inkl. Ü/VP, Materialkosten und Festivalpass; exklusive Fahrtkosten)
Das Nieders. Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) unterstützt Teilnehmende aus Niedersachsen.
Selbstkostenanteil für Teilnehmende aus Niedersachsen: 350,-€
(inkl. Ü/VP, Materialkosten und Festivalpass; exklusive Fahrtkosten)
Die Übernahme der Fahrtkosten ist schulintern zu klären.

Hinweise zum Zertifikat

Zeitlicher Umfang:
Die Qualifizierung umfasst insgesamt 184 Stunden, je Arbeitsphase
23 Stunden.

Bedingungen zum Erwerb des Zertifikats:
Die Teilnehmenden erhalten das Zertifikat „Filmlehrer / Filmlehrerin“, wenn sie an mindestens sieben der acht Veranstaltungen teilgenommen, seminarbegleitend ein eigenes filmpraktisches Projekt in der Schule geplant, durchgeführt und realisiert, es schriftlich reflektiert und in der achten Phase seminarintern präsentiert haben.
Sollte aus zwingenden Gründen mehr als eine Veranstaltung nicht wahrgenommen werden können, ist es in Absprache mit der Projektleitung möglich, diese durch eine adäquate Veranstaltung aus dem Angebot der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel zu ersetzen.
Die Kosten für diese Veranstaltung sind selbst zu tragen.

Bewerbung

Die Bewerbung umfasst Ihre Online-Anmeldung unter:
http://www.bundesakademie.de/programm/darstellende-kuenste/do/veranstaltung_details/dk12-14/
und Ihr Motivationsschreiben (max. eine DIN A4-Seite).
Bitte senden Sie es per E-Mail an:
christina.guenther(at)bundesakademie.de
Eine telefonische Anmeldung ist nicht möglich.

Auswahlkriterien

Die Teilnahme muss von der Schulleitung genehmigt werden. Dabei muss gewährleistet sein, dass die Lehrer_innen an den acht Modulen vollständig teilnehmen können. Die 16 Plätze in der Qualifizierung werden vorrangig an Bewerber_innen aus Niedersachsen vergeben, eine Bewerbung aus anderen Ländern ist jedoch möglich.

Die Auswahl der Teilnehmenden erfolgt nach folgenden Kriterien:
• die im Motivationsschreiben angegebenen Weiterbildungsziele der Bewerber_innen
• die gleichmäßige Berücksichtigung der verschiedenen niedersächsischen Regionen sowie aller Schulstufen und -formen.

Information zum Motivationsschreiben

Information zum Motivationsschreiben

Bitte geben Sie uns, gern im Telegrammstil, Informationen zu Schwerpunkten Ihrer Ausbildung, zum Profil Ihrer aktuellen pädagogischen Praxis und zu Ihrem persönlichen wie beruflichen Interesse an dieser Qualifizierung. Uns interessiert darüber hinaus: das Interesse Ihrer Schulleitung, Sie an dieser Fortbildung teilhaben zu lassen; die technische Ausstattung Ihrer Schule mit filmpraktischer Hardware und ggf. Schnittprogrammen; die Anzahl der Kolleg_innen, die filmpraktische Projekte anleiten. Die Qualifizierung TASCHENGELDKINO dient dazu, Ihr erworbenes filmpraktisches Knowhow weiterzugeben und Vernetzungen zu ergänzen. Bitte lassen Sie uns wissen, welche Ansätze dazu vorhanden sind und wie diese aus Ihrer Sicht weiter zu entwickeln wären. (max. eine DIN A4-Seite)

Veranstalter

Bundesweites
Schülerfilm- und
Videozentrum Hannover e.V. | filmlehrer.de

Niedersächsisches
Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ)

Bundesakademie
für Kulturelle Bildung
Wolfenbüttel

Mit freundlicher Unterstützung des Medienzentrums der Region Hannover (MZRH):

Mit freundlicher Unterstützung von:

Termine

10.-12. Juli 2014
27.-29. September 2014
13.-15. November 2014
5.-7. Februar 2015
29.-31. März 2015
2.-4. Juli 2015
17.-19. September 2015
November 2015

Anmeldeschluss

31. März 2014

Anmeldung

Die Bewerbung umfasst Ihre Online-Anmeldung unter:
www.bundesakademie.de
und Ihr Motivationsschreiben (max. eine DIN A4-Seite).
Bitte senden Sie es per E-Mail an Christina Günther, Bundesakademie.
Eine telefonische Anmeldung ist nicht möglich.

Beratung

Claudia Wenzel
up-and-coming | filmlehrer.de
Tel.: 0511 / 66 11 02
E-Mail: Claudia Wenzel
www.filmlehrer.de

Jörg Gabriel
Niedersächsisches Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ), Fachbereich 35, Medienbildung  Tel.: 05121 / 1695-407
E-Mail: Jörg Gabriel
www.nlq.niedersachsen.de

Dr. Birte Werner
Programmbereich                         Darstellende Künste
Tel. 05331 / 808-424
E-Mail: Birte Werner
www.bundesakademie.de