TASCHENGELDKINO 2015/2016


„Aus den Interessen der Kinder abgeleitet und aus der Schule hinausführend“

Abschluss der Qualifizierung TASCHENGELDKINO 5

Wolfenbüttel, Oktober 2016

Die letzte Arbeitsphase von TGK 5 stand ganz im Zeichen der Zertifiktasvergabe, neben einer kleinen Zeremonie und anschließenden Feier mit Spiel, Spaß und Musik, ging es aber auch um die Präsentation der Schulfilmprojekte, die die Lehrer*innen während der Qualifizierung an ihren Schulen durchführten. Von der Dokumentation einer Kanutour, dem Trickfilm im Kunstunterricht, des Kurzfilms im Projekt- und jahrgangsübergreifendem Unterricht bis zur internen Lehrerfortbildung wurden vielseitige Filmprojekte vorgestellt.

Allen Projekten gemein waren die vielen Erfahrungen, die die Lehrer*innen machen durften, und Herausforderungen, denen sie sich gestellt haben. Sie haben die Zeit als größten Gegner bezwungen, die Technik in Schach gehalten oder erste Equipmentanschaffungen auf den Weg gebracht. Der eigene Anspruch stand manchmal im Weg, wurde aber nie aufgegeben. Und da Scheitern auch schön sein kann, wurden immer neue didaktische und methodische Konzepte entwickelt und erprobt. Die Lehrer*innen haben Medientagebücher führen lassen, sich als Lernbegleiter, aber auch letzte Korrekturinstanz gesehen und eine Gesprächskultur unter den Schüler etabliert. Sie haben Verbindlichkeiten festgelegt und Arbeitsstrukturen ritualisiert. Sie haben Herzenzprojekte zugelassen und das Filmemachen selbst zu ihrem Herzensprojekt gemacht. Die Ziele der Filmlehrer*innen: auch weiterhin Stolpersteine identifizieren, in den Planungen Stellschrauben und Sicherheitsplattformen einplanen und von den Schülerinnen Planungsverbindlichkeiten einfordern.

„Wenn alle überzeugt sind, dass ein gutes Produkt entsteht, wird es wahrscheinlich auch gut... und es entstehen Dinge, mit denen man nicht gerechnet hat“, durfte Arne Petersen erfahren. Filmlehrer*innen setzen sich ein gemeinsames Ziel, sie wollen qualitätsvoll arbeiten, wollen Sinn für Qualität weitergeben und sehen und hören und fühlen und wahrnehmen und realisieren, dass ihre Arbeit Früchte getragen hat.

„Also ich will, dass der Film gut wird“, so haben Schüler*innen der Glockseeschule Hannover ihr gemeinsames Ziel formuliert. Und mit diesem Motto wünschen wir allen Filmlehrer*innen weiterhin viel Spaß und Erfolg beim Filmemachen in der Schule.


"Jeder Montageprozess ist einmalig und jedes Ergebnis ist einzigartig."

Montageseminar aus der Reihe TASCHENGELDKINO 5

Wolfenbüttel, August 2016

Im letzten Seminar der berufsbegleitenden Qualifizierung TASCHENGELDKINO 5 stand alles im Zeichen der Postproduktion. Susanne Foidl, Diplom Schnittmeisterin und Dozentin an der Filmuni Babelsberg, schwörte die Lehrerinnen und Lehrer auf die Montage ein. Montieren = Erzählen. Und das Susanne gern über Montage erzählt und diskutiert und jede Menge Montagegeschichten zu erzählen hat, wird allen Beteiligten schnell klar. Die Teilnehmenden ließen sich ein auf das Material, sowohl Doku als auch Fiction, das Susanne zum Schneiden mitgebracht hatte. Immer wieder stellte sich die Frage: Was wollen wir erzählen?
Wenn wir uns darüber wirklich im Klaren sind, können wir uns über die Form Gedanken machen. Im besten Falle befruchtet sich beides gegenseitig. Die Lehrerinnen und Lehrer stellten sich dem permanten Entscheidungsprozess, stellten aus losem, unzusammenhängendem audiovisuellen Material ein sinnzusammenhängendes Ganzes zusammen. Urteilten, bewerteten, interpretierten, wählten aus.

Die Gespräche über das montierte Material bildeten nach den jeweiligen Schnittphasen den Abschluss der Übungen: Schnell war man sich einig: Der Montageprozess geschieht aus einer subjektiven Haltung heraus – einer Haltung zum Leben, zur Welt, zum Material und den ihm innewohnenden Ideen. Montage ist das Ergebnis eines subjektiven Entscheidungsprozesses.

Am Ende des Seminars und nach einer langen Montagenacht, in der die Lehrerinnen und Lehrer ganz in das Material eingetaucht waren, konnten sie bestätigen, was Susanne Foidl schon gleich zu Beginn des Workshops prophezeite: Bei jedem Thema wird der/die EditorIn auf besondere Art herausgefordert, denn jeder Film hat sein ganz eigenes Material. Jeder Montageprozess ist einmalig und jedes Ergebnis ist einzigartig.


"Den Raum immer miterzählen."

Seminar zur Bildgestaltung mit Kamera und Licht aus der Reihe TASCHENGELDKINO 5

Wolfenbüttel, Juni 2016

Wie erschafft der Kameramann / die Kamerafrau auf einem zweidimensionalen Bild einen dreidimensionalen Raum? Diese Grundfrage der Bildgestaltung mit der Kamera und des Lichts gingen die beiden Dozenten Jakobine Motz und Michael Döring aus Berlin zusammen mit den Teilnehmenden nach. Reichlich Equipment aus dem Reich der Kameraarbeit brachten die beiden mit und so konnten die Lehrer*innen sich an (fast) jeglicher Form der Kameraperspektive und-bewegung heranwagen und für die Umsetzung eigener bildegstalterischer Ideen nutzbar machen. Doch auch klassiche Aspekte der Kadrage, des Lichtsetzens, die Theorie zur passenden Brennweite und entsprechender Bende sowie die Inhalt-und-Form-Zusammenhänge wurden anhand von kleinen Praxiserprobungen und Filmausschnitten erläutert. Dann endlich ging es an die Umsetzung einer vorgegebenen Filmszene, deren Auflösung im Storyboard, der Drehplanerstellung und Produktionsplanung. Immer stärker fügten sich in diesem Seminar alle Inhalte aus den bisherigen TASCHENGELDKINO-Seminaren zu einer kompakten Einheit zusammen und die Teilnehmenden konnten von ihrem Wissen und ihren Erfahrungen profitieren. Bemerkenswerte Kurzspielfilme flimmerten am Ende über die Leinwand des Mühlenfoyers in der Bundesakademie und begeisterte die Macher gleichermaßen wie die Dozenten.


Mit frischen Ohren an die Arbeit.

Soundseminar aus der Reihe TASCHENGELDKINO 5

Wolfenbüttel, März 2016

Was macht der Filmton mit dem Zuschauer und was erwartet er von dem Filmton? Welcher Art ist der Unterschied zwischen visueller und Audio-Wahrnehmung? Wo werden visuelle und Audio-Reize verarbeitet? Mit diesen und weiteren Fragestellungen und anhand von ausgewählten Filmbeispielen starteten die beiden Dozenten Janne von Busse, Tonmeisterin aus Potsdam, und Olaf Mierau, Postproction Soundsupervisor aus Berlin, das Tonseminar in der Reihe TASCHENGELDKINO 5. Musik und Sound bestimmen die emotionale Richtung eines Films. Was es heißt, diese Erkenntnis in die Tat umzusetzen, durften die Teilnehmenden an mehrern Stationen erfahren. Gleich zu Beginn machten sie sich an das Spotting eines Kurzfilms, wählten Musiken aus, setzten Einstiege und Ausstiege und legten damit die Grundstimmung des Films fest. Ob Liebeskomödie oder Sozialdrama, Sounddesign und Musik folgen einer emotionalen Logik. Im Laufe des Seminars schulten die Lehrerinnen und Lehrer immer mehr ihr Gehör, lernten Töne und Geräusche zu fokussieren, erprobten sich in der Tonaufnahme und in der Postproduktion. Anhand eines vorgegebenen Filmausschnitts machten sie Foleys, Steps, Drops und Moves, synchronisierten einen Filmdialog nach und entwickelten ein Hörbild, bei dem sie ein Audio-Storytelling erstellten. Welchen Einfluss hat ein Drehort auf den Ton? Mit Fokus auf den richtigen Sound am richtigen Ort und wie dieser Einfluss auf den Dreh und die Tonaufnahme hat, drehten die Teilnehmenden eine kleine Szene, die am Abend in der Tonpostproduktion bearbeitet wurde. Ob Mono oder Stereo, Mikrophone und ihre Charakteristiken, ob Angelballett oder richtiges Timing, ob Pegelstärken oder Dezibelscalen, Sorce oder Score: Neben reichlich praktischen Inputs gaben Janne und Olaf einen Einblick in die technischen Bedingungen der Tonaufnahme und -bearbeitung. Am Ende des Seminars klingelten allen Teilnehmenden die Ohren und der Kopf war angefüllt mir sehr viel Material zum Ausprobieren und Einsetzen in die filmpraktische Arbeit in der Schule.


"Show — don't tell"

Drehbuchseminar aus der Reihe TASCHENGELDKINO 5

Wolfenbüttel, Februar 2016

In 2 1/2 Tagen dramatisch und filmisch denken lernen — das war das erklärte Vermittlungsziel des Drehbuchautors Christoph Honegger aus Hannover. Die Teilnehmenden des 5. Durchgangs TASCHENGELDKINO stellten sich der großen Herausforderung selbst zur Drehbuchautorin / zum Drehbuchautor zu werden. Was ist ein Konflikt? Was unterscheidet die Story vom Plot? Welche Phasen des Drehbuchs gibt es? Zusammen mit den Lehrerinnen und Lehrern durchforstete Christoph den 'Urwald' des Drechbuchschreibens:  Auf der Suche nach Ideen, nach Strukturen, nach filmisch gedachter Sprache — und gab ihnen eine Menge Schreibhilfen und Tricks an die Hand um ihre eigenen Geschichten (und später dann auch die ihrer Schülerinnen und Schüler) mit Energie zu füllen. Am Ende blieb der größte Konflikt: Das Dilemma, dass das Seminar mal wieder viel zu schnell vorbei war. Doch nun kann es in den Schulen so richtig losgehen!


Trickromanzen, Papp-pacmens und Knülli

Trickfilmseminar und Filmfestivalfeeling

Hannover, November 2015

Beim 13. up-and-coming Internationalen Filmfestival Hannover traf sich nicht nur die nationale und internationale junge Filmszene, auch die angehenden Filmlehrerinnen und Filmlehrer mischten das Programm des Nachwuchswettbewerbs auf: Neben dem Einblick ins filmische Wettbewerbsprogramm konnten die Kolleginnen und Kollegen sich beim Trickfilmen austoben. Sören Wendt, Trickfilmer, Regisseur und Medienpädagoge aus Hamburg führte die Teilnehmenden in die phantastischen und unmöglichen Welt der Animation ein. Nebenan tobte der Festivaltrubel während die Lehrer*innen ihrer Kreativität spielerisch freien Lauf ließen. Heraus kamen herrlich skurrile und vergnügliche Trickfilme.


"Situations"

Dokumentarfilmseminar aus der Reihe TASCHENGELDKINO 5

Wolfenbüttel, September 2015

Vera Schöpfer, Regisseurin und Leiterin der Europäischen Jugendakademie für Dokumentarfilm YOUNG DOGS, Köln / Dortmund, schickte die angehenden Filmlehrerinnen und -lehrer auf die Suche nach Geschichten aus der Wirklichkeit, Geschichten, die sich ihnen in der Kürze der Zeit offenbaren und die es zu entdecken gilt. Doch zunächst führte sie die Teilnehmenden behutsam und mit bewundernswerten Dokumentarfilmen im Gepäck an dieses ganz besondere Genre heran und zeigte die Möglichkeiten für die Filmarbeit mit Jugendlichen auf. Trotz der Kürze der Zeit machten sich die Filmteams auf, die Wirklichkeit zu erkunden und fanden quasi um's Eck und sogar im Haus der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel selbst eigene Filmstoffe: Menschen und ihre (Lebens-)Geschichten, die es filmisch zu erzählen lohnt. Heraus kamen wunderbare Kurz-Dokus, die wieder einmal den Blick auf ein verkantes Genre, insbesondere im Kontext der Schülerfilmarbeit, schärften.


Taschengeldkino 5.0 geht an den Start

Start der 5. Qualifikationsrunde TASCHENGELDKINO

Wolfenbüttel, Juli 2015

Nach einem erneuten hohen Bewerberansturm auf die 16 Plätze startete mit Beginn der niedersächsischen Sommerferien die 5. Qualifizierung TASCHENGELDKINO - Film und Filmen in der Schule. Die Auswahl aus knapp 80 Bewerbern war eine knifflige Angelegenheit für die drei Vertreterinnen der Kooperationspartner, dem Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung, dem Bundesweiten Schülerfilm- und Videozentrum und der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel. Wieder war das Hauptkriterium motivierte und engagierte Kolleginnen und Kollegen aus möglichst allen Teilen Niedersachsens und seiner bunten schulischen Vielfalt zusammen zu bringen. So wächst das aktive und vielseitige Filmlehrer-Netzwerk auch in der fünften Runde TASCHENGELDKINO stetig weiter und eine weitere Qualifizierung TASCHENGELDKINO für 2016/2017 ist in Planung!

Planung ist alles - die drei kleinen, aber geflügelten Worte waren auch der Kernpunkt der ersten Arbeitsphase der Reihe TASCHENGELDKINO 2015/2015. Bereits zum fünften Mal in Folge schwörte Fred Steinbach, Produzent aus Frankfurt, die Lehrerinnen und Lehrer auf ihre Rolle als Produzentin / Produzent ein. Einen Perpsektivwechsel durften die Teilnehmenden dennoch erleben und wurden nach einer Einführung in die Schritte der Produktionsplanung in die Fahrwasser des Drehbuchschreibens, des Drehplan Erstellens, des Drehs und des Schnitts geführt. Mit an Bord war Uwe Plasger, Medienpädagogischer Berater am Medienzentrum der Region Hannover, der die Teilnehmenden im Umgang mit der Aufnahme- und Schnitttechnik zur Seite stand. Ob Drehbuchauszug, Locationsuche, Drehplan oder Tagesdispo, um eine differentierte Planung kamen auch die Lehrerinnen und Lehrer bei ihrem kleinen Filmprojekt nicht drumherum. Mit viel guter Laune stellten sich die Lehrerinnen und Lehrer ihren Aufgaben und ließen Spaß und Freude am Kreativsein nicht zu kurz kommen. Schließlich wurde bis spät in die Nacht an der Fertigstellung der Filme gefeilt, damit am Ende acht sehenswerte Clips gezeigt werden konnten. Auch die Reflexion kam nicht zu kurz. Doch entgegen der ironischen Ankündigung des Dozenten 'Wir mache euch fertisch', konnten die Filmemachenden mit reichlich konstruktiver Kritik in die Ferien gehen, um bei Schulbeginn mit ersten Ideen und Inputs ihre Schülerfilmprojekte zu starten.


Veranstalter

Bundesweites
Schülerfilm- und
Videozentrum Hannover e.V. | filmlehrer.de

Niedersächsisches
Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ)

Bundesakademie
für Kulturelle Bildung
Wolfenbüttel

Mit freundlicher Unterstützung von:

Mit Unterstützung von:

Termine

23.-25. Juli 2015
24.-26. September 2015
19.-21. November 2015
4.-6. Februar 2016
3.-5. März 2016
2.-4. Juni 2016
25.-27. August 2016
28.-29. Oktober 2016

Beratung

Claudia Wenzel
up-and-coming | filmlehrer.de
Tel.: 0511 / 66 11 02
E-Mail: Claudia Wenzel
www.filmlehrer.de

Jörg Gabriel
Niedersächsisches Landesinstitut für schulische             Qualitätsentwicklung (NLQ)
Tel.: 05121 1695-407
E-Mail: Jörg Gabriel
www.nlq.niedersachsen.de

Dr. Birte Werner
Programmbereich                         Darstellende Künste
Tel. 05331-808-424
E-Mail: Birte Werner
www.bundesakademie.de

Veranstaltungsorte

Wolfenbüttel,
Bundesakademie für
Kulturelle Bildung
(Arbeitsphasen 1, 2, 4-8)

Hannover,
Standort des 13. up-and-coming Int. Film Festivals
(Arbeitsphase 3)

Anmeldung

Die Bewerbung umfasst Ihre Online-Anmeldung unter:
www.bundesakademie.de
und Ihr Motivationsschreiben (max. eine DIN A4-Seite).
Bitte senden Sie es per E-Mail an Christina Günther, Bundesakademie.
Eine telefonische Anmeldung ist nicht möglich.

Anmeldeschluss

Der Kurs startete bereits, eine Anmeldung ist nicht mehr möglich.

Einloggen

Teilnehmer des Kurses 2015/2016 können sich am Ende der Seite in den internen Benutzerkreis einloggen!


TASCHENGELDKINO - Film und Filmen in der Schule 2015/2016

Qualifikationsziele

TASCHENGELDKINO ist eine Qualifizierungsreihe, die Lehrerinnen und Lehrern filmästhetisches und filmhandwerkliches Knowhow an die Hand gibt mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche in der Schule zu Filmproduktionen anregen, anleiten und stilsicher unterstützen zu können. TASCHENGELDKINO vermittelt dazu einen Überblick und punktuelle Einsicht in Produktionsabläufe sowie deren methodische Übersetzungen in kooperative Lernprozesse; Wissen um Standardstrukturen in Filmsprache und –dramaturgie; Anleitung zur erzählerischen und filmsprachlichen Eigenproduktion; Mut und Wissen, wie filmpraktische Projekte anzugehen sind.
Die Qualifizierung bereitet die Teilnehmenden auch darauf vor, in ihren Schulen als Multiplikator_innen und Ansprechpartner_innen in Sachen Film und Filmemachen zur Verfügung zu stehen.

Zielgruppe

Die Qualifizierung zur Filmlehrerin/ zum Filmlehrer wendet sich an Lehrende aller Schularten, -stufen und Fachausrichtungen mit Interesse am Film und Filmemachen und an der Umsetzung der damit verbundenen kreativen Prozesse in eigener schulischer Praxis.

Teilnahmevoraussetzungen

Alle Teilnehmenden führen im Verlauf des Kurses ein Filmprojekt in Eigenregie an ihrer Schule (im Unterricht oder in einer AG) durch. Für die Umsetzung dieses Projekts ist die Arbeit mit einer entsprechenden Lerngruppe im Laufe der Qualifizierung notwendig.
Die Präsentation und schriftliche Dokumentation dieser filmpraktischen Arbeit gelten als Leistungsnachweis, sind Voraussetzung für die Teilnahme und den erfolgreichen Abschluss der Qualifizierung.
Die Bereitschaft, als Multiplikator_in die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen an interessierte Kolleg_innen weiterzugeben und in der Beraterdatenbank des Landes Niedersachsen als Filmlehrer_in geführt zu werden, wird vorausgesetzt.

Inhalte und Methoden

Abfolge und Inhalt der acht Phasen folgen professionellen Produktionsabläufen: von der Ideenfindung zum Drehbuch, über Kamera und Licht zur Postproduktion mit Soundgestaltung und Montage. Flankiert wird die Arbeit, die von den Grundlagen des filmischen Erzählens über den Dokumentarfilm zum Kurzspielfilm führt, von Filmfestivalbesuchen, Projektreflexionen und Vernetzungsangeboten.
Praxisaufgaben und Beispiele stehen dabei im Zentrum der Vermittlung, theoretische Aspekte treten hinzu. Didaktische und methodische Handlungsmöglichkeiten sowie Projektreflexionen für den Schulalltag werden gemeinsam erarbeitet.
Die Dozent_innen der Qualifizierungsreihe sind Filmschaffende mit langjähriger Praxiserfahrung und fachspezifischen Kompetenzen. In der Reduzierung auf das für Schule und Unterricht Wesentliche bei gleichzeitigem Einblick in die professionelle Filmlandschaft liegt der didaktisch-methodische Kern ihrer Vermittlungsarbeit.
Die zwischen den Arbeitsphasen notwendigen Aufgaben zur Seminarvor- und -nachbereitung werden von den Teilnehmenden im Selbststudium vorgenommen.

Arbeitsphase 1 • Erzählen in bewegten Bildern

Die dreidimensionale Realität im zweidimensionalen Abbild der Kamera darzustellen, stellt ebenso eine Herausforderung dar, wie das Treffen einer Auswahl aus den unendlichen Möglichkeiten der Filmsprache. Anhand kleiner praktischer Übungen gehen die Teilnehmenden erste Schritte: im Umgang mit der Kamera, in der Auseinandersetzung mit filmsprachlichen Mitteln und mit dem Filmschnitt. Erste Entwicklungsschritte einer Filmproduktion werden bedacht und geplant.

Arbeitsphase 2 • Der Dokumentarfilm

Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb des Genres Dokumentarfilm werden aufgezeigt, Aspekte der Dramaturgie und der besonderen Haltung der Regie in den Fokus genommen. Mit mehr als einer Ideenskizze gehen die Teilnehmenden an die Arbeit und erstellen vor Ort eine Dokumentation.

Arbeitsphase 3 • Kulturelle Filmbildung im europäischem Austausch, Einblick in die Trick-Filmpraxis

Besuch des 13. Int. Film Festivals up-and-coming. Seit 1982 gibt das Internationale Film Festival Hannover jungen Filmemachern von sieben bis 27 Jahren eine erste Möglichkeit, sich zu profilieren. Die Teilnahme am Festivalprogramm bietet einen Ideenpool für die eigene Arbeit und Möglichkeit des Netzwerkens mit anderen Kolleg_innen. Neben der Teilhabe an der Zertifikatsvergabe der Teilnehmer_innen TASCHENGELDKINO 2014/2015, steht ein Trickfilmseminar auf dem Programm. Verschiedene Tricktechniken werden vorgestellt und sowohl professionelle als auch Schülerarbeiten gezeigt. Die Teilnehmenden erstellen in Gruppen eigene Animationen und kurze Sequenzen in verschiedenen Techniken.

Arbeitsphase 4 • Drehbuch - Dramaturgie - Storytelling

Der Kurzspielfilm ist bei Jugendlichen das beliebteste, aber es ist auch das anspruchsvollste Genre. Umso wichtiger ist eine durchdachte Dramaturgie. Diese wird in einer Drehbuchwerkstatt ausformuliert. Was ist erzählenswert? Was ist ein Konflikt? Was sind die großen Themen des Dramas? Gestalterische Elemente werden neben filmmotivischen Aspekten mit bedacht. Filmbeispiele veranschaulichen die Geheimnisse des Drehbuchschreibens auch unter filmanalytischem Gesichtspunkt.

Arbeitsphase 5 • Kurzspielfilm - Bildgestaltung mit der Kamera

Nicht nur die technische Auseinandersetzung in der Handhabung mit der Kamera macht das gute Bild, sondern vielmehr der fotografische Blick des Kameramanns/der Kamerafrau, die mit bewegten Bildern eine eigene
Film-Realität erschaffen. Bildästhetik, Wahrnehmung, Ausdrucksmöglichkeiten der Kamera werden erprobt, flankiert mit Übungen zum Lichtsetzen. Im Vordergrund steht das praktische Tun, Filmbeispiele geben Einblick in die professionelle Umsetzung.

Arbeitsphase 6 • Wie Ohren sehen – Sound und Filmmusik

Der Sound erzählt, ergänzt und interpretiert die Bildebene; O-Ton,
Soundeffekt, Filmmusik oder bewusst eingesetzte Stille - der Ton definiert die subkutane Emotionalität des Films. Die Wirkungen, die Musik und Sound für die Filmgestaltung haben können, werden erarbeitet. Grundkenntnisse der Aufnahmetechnik, der Tonnachbearbeitung und dramaturgischen Klanggestaltung (Sounddesign) werden in praktischen Übungen vermittelt. Filmausschnitte werden „seziert“ und schulen die emotionale Sensitivität.

Arbeitsphase 7 • Die Montage bewegter Bilder

Der Dreh ist vorbei, die entscheidende Phase der Postproduktion beginnt.
Die Montage ist das Herzstück der filmischen Praxis. Hier lässt sich ein Film formen, weiterentwickeln, gar verändern. Filmästhetik und Ausdrucksmöglichkeiten der unterschiedlichen Montageverfahren werden anhand von Beispielen analysiert und in der Erprobung digitaler Schnitttechniken
umgesetzt.

Arbeitsphase 8 • Zertifikatsvergabe und Abschlusscolloqium

Den Abschluss des Seminars bildet ein Colloqium, in dem die Teilnehmenden ihre Projekte, deren Planung und Durchführung der Gruppe präsentieren. Die Zertifikatsvergabe schließt die Qualifizierung zur Filmlehrer_in ab.

Kosten

Gesamtkosten für die Teilnahme an der Qualifizierung: 1915,-€
(inkl. Ü/VP, Materialkosten und Festivalpass; exklusive Fahrtkosten)
Das Nieders. Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) unterstützt teilnehmende Lehrerinnen und Lehrer aus Niedersachsen:
Selbstkostenanteil an den Gesamtkosten für Teilnehmende aus Niedersachsen: 350,-€
(inkl. Ü/VP, Materialkosten und Festivalpass; exklusive Fahrtkosten)
Die Übernahme der Fahrtkosten ist schulintern zu klären.

Hinweise zum Zertifikat

Zeitlicher Umfang:
Die Qualifizierung umfasst insgesamt 184 Stunden, je Arbeitsphase
23 Stunden.

Bedingungen zum Erwerb des Zertifikats:
Die Teilnehmenden erhalten das Zertifikat „Filmlehrer / Filmlehrerin“, wenn sie an allen acht Veranstaltungen teilgenommen, seminarbegleitend ein eigenes filmpraktisches Projekt in der Schule geplant, durchgeführt und realisiert, es schriftlich reflektiert und in der achten Phase seminarintern präsentiert haben.
Sollte aus zwingenden Gründen eine Veranstaltung nicht wahrgenommen werden können, ist es in Absprache mit der Projektleitung möglich, diese durch eine adäquate Veranstaltung aus dem Angebot der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel zu ersetzen.
Die Kosten für diese Veranstaltung sind selbst zu tragen.

Bewerbung

Die Bewerbung umfasst Ihre Online-Anmeldung unter:
www.bundesakademie.de/programm/darstellende-kuenste/do/veranstaltung_details/dkTGKV-15/
und Ihr Motivationsschreiben (max. eine DIN A4-Seite).
Bitte senden Sie es per E-Mail an:
christina.guenther(at)bundesakademie.de
Eine telefonische Anmeldung ist nicht möglich.

Auswahlkriterien

Die Teilnahme muss von der Schulleitung genehmigt werden. Dabei muss gewährleistet sein, dass die Lehrer_innen an den acht Modulen vollständig teilnehmen können. 14 von 16 Plätzen in der Qualifizierung werden vorrangig an Bewerber_innen aus Niedersachsen vergeben, eine Bewerbung aus anderen Ländern ist möglich.

Die Auswahl der Teilnehmenden erfolgt nach folgenden Kriterien:
• die im Motivationsschreiben angegebenen Weiterbildungsziele der Bewerber_innen
• die gleichmäßige Berücksichtigung der verschiedenen niedersächsischen Regionen sowie aller Schulstufen und -formen.

Information zum Motivationsschreiben

Bitte geben Sie uns, gern im Telegrammstil, Informationen zu Schwerpunkten Ihrer Ausbildung, zum Profil Ihrer aktuellen pädagogischen Praxis und zu Ihrem persönlichen wie beruflichen Interesse an dieser Qualifizierung. Uns interessiert darüber hinaus: das Interesse Ihrer Schulleitung, Sie an dieser Fortbildung teilhaben zu lassen; die technische Ausstattung Ihrer Schule mit filmpraktischer Hardware und ggf. Schnittprogrammen; die Anzahl der Kolleg_innen, die filmpraktische Projekte anleiten. Die Qualifizierung TASCHENGELDKINO dient dazu, Ihr erworbenes filmpraktisches Knowhow weiterzugeben und Vernetzungen zu ergänzen. Bitte lassen Sie uns wissen, welche Ansätze dazu vorhanden sind und wie diese aus Ihrer Sicht weiter zu entwickeln wären. (max. eine DIN A4-Seite)